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Julia Omelchenko, 36 Jahre alt, aus Otscheretyne, Zugschaffnerin/<br />
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Ab dem 11.Juni können Ukrainer ohne Visum für 90 Tage in die EU. Portraits von Ukrainern/<br />
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„Dass die Ukrainer bald ohne Visum in die EU reisen können, freut mich sehr. Ich finde, es ist wichtig, dass meine Landsleute sehen, wie andere Menschen leben. Im Moment plane ich selbst keine Reise, weil ich mir das finanziell nicht leisten kann. Ich bekomme umgerechnet etwa 100 Euro im Monat. Ich glaube, meinen nächsten Urlaub verbringe ich lieber wieder in der Westukraine, in den Karpaten. Aber eines Tages hoffe ich, nach Deutschland reisen zu können. Ich mag es, unterwegs zu sein, deswegen liebe ich auch meine Arbeit. Jeden Tag treffe ich neue Leute und sehe etwas Neues. Ich bin ständig müde, weil diese Arbeit auch sehr anstrengend ist. Die Route, auf der ich arbeite, dauert 20 Stunden. Vom Osten des Landes bis nach Kiew. Und dann 20 Stunden zurück. Im Moment fällt es mir jedoch schwer, vom Zuhause wegzufahren. Ich wohne in Otscheretyne in der Nähe von Awdijiwka an der Front. Es gibt immer noch ständig Beschuss. Ich bekomme Panik, wenn ich meine Schicht antreten muss, und in dieser Zeit die Artillerie-Geräusche lauter werden. Mein Sohn ist 11 Jahre alt, er bleibt dann bei meinen Eltern. Natürlich passen sie auf ihn auf, aber ich bin trotzdem ständig in großer Sorge. Was, wenn eine Rakete unser Haus trifft?“